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Eine chronologische Aufstellung historischer Ereignisse mit Bezug auf Nietleben:

Nietleben ist das älteste der Heidedörfer um Halle. Zur Zeit der Völkerwanderung im 5./6. Jh. ließen sich auf unserem Gebiet besonders die Wariner nieder. Darauf deutet der Ortsname –leben: Nietleben heißt Erbgut/Hinterlassenschaft eines Mannes namens Niedhart (Abkürzung Niedo).

1182 Erste urkundliche Erwähnung des Granauer Gutshofes, der vom Kloster Neuwerk gegründet wurde

1278 Zerstörung Granaus, im 16. Jahrhundert siedelten die letzten Granauer nach Nietleben über.

Die großen Pest-Epidemien von 1348/1350 und 1450 greifen auch auf das Nietlebener Gebiet  über und fordern viele Opfer.

Nietleben wird 1371 erstmals in Lehrbüchern der Magdeburger Erzbischöfe schriftlich erwähnt.

1539 kauft die Stadt Halle von den Dominikanermönchen im Moritzkloster das Lintholz (Lintbusch) für 200 rheinische Gulden ab. 1561 wurde das Gelände mit Eichen aufgeforstet.

1547: Schreckliche Plünderfeldzüge der spanischen Soldateska in unserem Gebiet

1560: Reformation im Saalkreis. Nietleben wird Filiale Lettins

Ab 1612 wird für Nietleben ein eigener Schulmeister beschäftigt.

Christian Wilhelm, Administrator des Erzstifts Magdeburg, heiratet 1615 eine braunschweigische Prinzes­sin. Diese wählt Nietleben als ländlichen Sommersitz. Daraufhin wird das Heidehaus des Forstauf­sehers in ein Lustschloß umgebaut, später eine Fasanerie angelegt. Chr. Wilhelm verfügt über zahlreiche Aufforstungs- und Hegemaßnahmen in der Heide. Mit dem Spitznamen „Bischof“ ging er hiermit in die Geschichte ein.

Im Herbst 1625 fallen Wallensteins Horden mit 3000 Kroaten in den Saalkreis und somit auch in unser Gebiet ein. Im März 1636 verwandelt Banér und seine Schweden Nietleben in Schutt und Asche. Erst nach 10 Jahren begann man mit dem mühseligen Wiederaufbau.

Im 17. Jh. wird nordöstlich bzw. nordwestlich der Granauer Kirche das Vorwerk Granau errichtet. Nach dem Abriß 1882 wird es an der Südseite der Eislebener Straße wieder­errichtet.

In Dreyhaupts „Beschreibung des Saalkreises von 1750“ finden wir die älteste gedruckte Mitteilung über Nietleben.

1763 Sieben Pfälzer Kolonisten werden in Nietleben angesiedelt.
1775 Das Vorwerk der Domäne Giebichenstein in Nietleben wurde unter die 7 Kolonisten aufgeteilt. Der Bau der Kolonistenstraße begann.

Laut Postkutschenverzeichnis beträgt die Fahrzeit 1787 von Halle über Nietleben nach Eisleben 3 ½ bis 4 Stunden, weiter nach Nordhausen insgesamt 11 Stunden.

1792: C.F.Bahrdt (geb. 1741) stirbt in Nietleben. Bis weit über die Grenzen unseres Landes hinaus wurde er als revolutionärer Aufklärer und konspirativer Geheimbündler bekannt. Er setzte sich in seinen Schriften und Vorträgen ein für Pressefreiheit, Religionsfreiheit, Trennung von Kirche und Staat, Abschaffung des Erbadels , Errichtung der Volksherrschaft, Recht auf Arbeit und ein menschenwürdiges Leben. Galléra spricht von ihm als merkwürdigsten, geistig bedeutendsten und berühmtesten Mann, den je Nietleben zu seinen Bewohnern zählte.

1804/05 war ein extremer Hungerwinter.

1805 wurde die Hauptstraße (heute Eislebener Straße) in Nietleben gebaut.

1806: Krieg Preußens gegen Napoleon. Nietleben kam unter französische Herrschaft und bekam eine unermessliche Steuerlast aufgezwungen. 1815, nach der Niederlage Napoleons, wurde Nietleben wieder preußisch und dem Landrat des Saalkreises zugeschlagen.

Der Chausseebau zwischen Halle-Eisleben-Cassel wird vorangetrieben. 1809 wird das vormals morastige und ungepflasterte Teilstück zwischen Halle und Nietleben befestigt. Ab dem 1.2. 1810 wird im Chausseehaus Nietleben (Eislebener Str.) das Chausseegeld eingetrieben.

Zu Beginn des 19. Jh. finden wir in Nietleben als bebautes Gelände die Quellgasse, den Dorfplatz, die Kolonistengasse. Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts kommen dann die Entwicklung der Hauptstraße und des Dorfteils nördlich dieser Straße hinzu. Bis 1830 ist der Teil zwischen jetzigem Waidmannsweg und „Stern“ bebaut, am jetzigen Eingang „Schulhof“ stehen beidseitig der Hauptstraße je ein Haus.

Auf dem Gelände des Schulhofes wurde 1825 Braunkohle entdeckt. 1826 wurde zum ersten Male, wahrscheinlich bei der Ausschachtung des ehemaligen Dorfteiches, geschürft. Die Gemeinde (!) legte Mutung ein und bekam das Bergwerkseigentum verliehen. Probeförderung begann.

Schon 1826 liest man vom Nietlebener Gasthof „Goldener Stern“, 1835 wird auch „Zur Sonne“ erwähnt.

1840 – 1847 wurde die Halle-Nietlebener Chaussee gebaut.

1844: Eröffnung der Provinzial Landesheilanstalt Nietleben auf dem ehemaligen Bahrdtschen Weinberg (Schließung 1935). Der Ausspruch „Du gehörst nach Nietleben“ wurde zum geflügelten Wort.

1845: Erbauung des Feldschlößchens, das bis 1858 beliebte Studentenkneipe und Ausflugslokal war, danach aber zusehends in Verruch kam. 1863 warfen die Halloren, die mit den Nietlebener Bergleuten befreundet waren, das Gesindel samt Wirt hinaus. Ab 1864 kaufte es Amtsrat Bartels (dieser besaß schon das Peißnitzlokal) verpachtete es. Später ging das Feldschlößchen in den Komplex der Irrenanstalt über.

1846 begann ein langjähriger Gerichtsprozeß von 35 so genannten Neuanbauern, die um die gleichen Rechte als Gemeindemitglieder, Mitspracherecht  und um Gewinnbeteiligung an den Erlösen der Grube wie die so genannten „52er“, d.h. die Alteingesessenen, kämpften.

Am 25.11.1850 wird der erste Briefkasten in Nietleben angebracht.

G. Mehl eröffnet 1855 seinen Kolonialwarenladen mit eigener Kaffeerösterei und Spirituosenhandel in der Eislebener Straße.

Die Nietlebener Försterei am Habichtsfang auf dem Gelände der ehem. Fasanerie wird 1857 erbaut.

1857 konnte eine Pferdeeisenbahn in Betrieb genommen werden (Baubeginn 1847), die die Kohle von der Grube zur Verschiffung am Weinberg transportierte. 300 m davon wurden unterirdisch durch einen Tunnel geführt. Der Eingang zum Tunnel war bis 1993 noch auf dem Gelände der ehemaligen Garnison zu finden.

1863 Gründung des Turnvereins Nietleben und des Imkervereins.
1864 Am jetzigen Schulhof wurde eine zweite Schule gebaut. Der Bau war durch den wirtschaftlich bedingten Bevölkerungszuwachs erforderlich geworden. Nietleben hatte nun 1412 Einwohner in 311 Haushalten
1880 Die Eislebener Straße war auf beiden Seiten bis zum Chaussee haus bebaut. Westwärts war ab Schulhof bis Granau noch weites Feld.

Am 20.6.1881 wird die erste Postagentur in Nietleben eröffnet. Sie wurde oft in ihrer Geschichte verlegt. 1928 zog sie in einen Neubau in der Langestraße 4a.

1892 Der Granauer Gutshof wurde von der Braunkohlengrube "Neuglücker Verein" aufgekauft, um Kohle zu heben. Die Gebäude wurden abgetragen und südlich der Eislebener Straße wieder aufgebaut.

Heydenreich übernimmt 1883 die ehemalige und niedergebrannte Nagelfabrik und wandelt sie zur Kohlenpresse um. 1913 mußte sie geschlossen werden, weil die Feuerung von Preßsteinen auf Briketts umgestellt wurde.

1885/86 wurde die Nietlebener Kirche erbaut. Die 60000 M Baukosten brachte die Gemeinde und auf und erwirtschaftete sie aus Gewinnanteilen der Grube.

1887: Die Holländer Mühle (später „Eselsmühle“ genannt) wird gebaut

1891 Südlich vom Ort entstand die erste Nietlebener Zementfabrik, die später in das Furnier- und Dampfsägewerk Graeb & Söhne umgewandelt wurde.

1892 beginnt der Bau der Paraffinfabrik – Inbetriebnahme 1894, Stilllegung 1927

1893: Choleraepidemie in der Provinzial-Irrenanstalt, weil zu Kochzwecken noch Saale-Wasser benutzt wurde. Eine Kommission unter der Leitung von Robert Koch untersuchte und verfügte Quarantänemaßnahmen. 

Die Halle-Hettstedter Eisenbahn wurde 1895 erbaut und 1896 in Betrieb genommen.

Bis 1898 erfolgte die Wasserentnahme an 2 Gemeindebrunnen bzw. an eigenen Brunnen. Durch die Braunkohleförderung versiegten viele Brunnen. So trat 1899 ein Vertrag in Kraft, nachdem die Grube die Wasserversorgung bis zu den alten Brunnen sichern musste. Rohrleitungsanlagen wurden gebaut. 1928 entwickelte man in der Gemeinde Projekte zum Ausbau dieses Netzes und entschloß sich zum Einbau von Wasserzählern, um den Verbrauch in den Haushalten zu senken.

1900 Nach Halle hin war die Eislebener Straße bis zum ehemaligen Friedhof gegenüber der "Bergschänke" entwickelt.

In der Heidestraße 2 eröffnete am 1.4.1904 die „Königlich Konzessionierte Glückauf-Apotheke zu Nietleben im Saalkreis“. 1938 übernahm sie Apotheker Horst Bieber und führte einige Umbauten durch. 1960 kam die Apotheke mit ihren bleiverglasten Fenstern, ihren eindrucksvollen Schränken und dem typischen Laborinventar in staatliche Verwaltung.

Im Jahre 1906 hält die Elektrizität in Nietleben Einzug.

1909: Der hallesche Juwelier Titel gründet mit anderen den Verein der Hall. Einfamilienhäuser und Laubenniederlassung „Waldheil“. Villenniederlassungen entstehen um Dölau, Lieskau und auch Nietleben. Ab 1911 beginnt der Bau der Gartenstadt Nietleben.

1910  5017 Einwohner leben in  840 Haushalten. Der Ausbau des Unterdorfes an der Helleschen Strasse und Heidestrasse begann. Mit der Erschließung des Geländes für die Gartenstadt wurde begonnen. Im Weidmannsweg wurde eine neue Schule mit moderner Turnhalle feierlich übergeben. In Granau wurde die Portland-Zementfabrik errichtet. Die Gemeindeverwaltung zog vom Dorfplatz in das neue Gemeindehaus  Hallesche Straße 57

Mitte 1911 erfolgte die Inbetriebnahme der Portlandzementwerke „Saale“ A.G., die 1928 mit der ADLER-Deutsche Portland-Cement-Fabrik AG Berlin fusionierte. Ab 1941 wurden hier unter der „Ost-Mitteldeutsche Zement AG“ zahlreiche Fremdarbeiter und Kriegsgefangene eingesetzt. 1946 wurde der Betrieb nach der Enteignung durch sowjetische Leitung geführt, bis sie 1952 als Volkseigentum übergeben wurde.

1911 werden bei einer Fasanen-Treibjagd in der Heide 1000 Fasane erlegt.

1912 eröffnet die Drogerie „Glück auf“ (Waidmannsweg 1)

1913 landet das Luftschiff „Sachsen“ auf dem Gelände der heutigen Pferderennbahn und eröffnete damit einen neuen Start- und Landeplatz auf unserem Gebiet. Beim Überflug des Zeppelins entstand auch ein Luftfoto von der Eislebener Straße.

Nach einem schrecklichen Feuer in der Zementfabrik (Dez. 1913) wurde am 24.1.1914 die Freiwillige Feuerwehr Nietleben (damals an der Berghalde) gegründet. 1930 wurde das neue Gerätehaus am Dorfplatz eingeweiht.

Ab 1914 hat Nietleben ein eigenes Pfarrhaus.

1916 werden Kleingarten-Beratungsstellen ins Leben gerufen, um die Erträge zu erhöhen.

Mindestens seit 1920 herrscht in der ehemaligen Kutscherkneipe „Bergschänke“ Hotelbetrieb. Auch eine Tankstelle befand sich vor der Gaststätte.

1922: Inbetriebnahme des Ausbesserungswerkes der HHE (später von DR übernommen). Hier wurden Fahrzeuge der HHE, der Hafenbahn, der Reichsbahn, ja sogar der Pioniereisenbahnen von Leipzig und Dresden instand gehalten, bis das Werk Ende der 60er Jahre dem Bau von Halle-Neustadt weichen mußte.

1923: Eröffnung der Spar- und Darlehnskasse Nietleben.

1924: Festliche Einweihung des Kriegerdenkmals auf dem Granauer Friedhof mit den Namen von 150 Gefallenen des 1. Weltkrieges

Der Verkehrs-Flugplatz westlich der Irrenanstalt wird 1925 mit einer Pistenlänge von 600 m eröffnet. Die Flugzeughalle befand sich am Feldschlößchen. Er wurde auch zum wichtigen Bestandteil des Luftpostnetzes, die Zeitung „BZ am Mittag“ wurde täglich geliefert. Bald wurde dieser Platz für Verkehrsmaschinen zu klein.  Ab 1927 war er nur noch für den Flugsport von Bedeutung. 1934 erfolgte die endgültige Schließung. Schkeuditz nahm nun den Rang Nietlebens im Verkehrsflugnetz ein.

Am 4.6.1925 wird der Flugplatz Nietleben Etappenort des 2. Deutschlandfluges. Der herzliche Empfang gestaltete sich als eindrucksvolles Volksfest.

1926: Verhandlungen um die Aufnahme der Gasfernversorgung in Nietleben

Ab 1.7.1927 : Reichspost-Kraftverkehrsstrecke über Nietleben nach Höhnstedt und Eisleben.

1927: Elektrifizierung in Nietleben

Ende der 20er Jahre des 20. Jh. entsteht die Gartenstadt Nietleben mit Einzelvillen und Mehrfamilienhäusern.

Februar 1929:  200 Arbeitslose in Nietleben

Die Dampfmolkerei der Familie Rosenfeld zieht 1929 vom Dorfplatz 8 zur Halleschen Str.1 um (ehemals Schokoladenfabrik Göpel)

Zu den dringendsten realen Kulturgütern zählt man 1929 Straßen, Kanäle, Wasser und Licht.

1931 wurde das verbundene Kirchen- und Schulamt getrennt. Lehrer sind nicht mehr dem Pfarrer unterstellt.

1931: Nietleben bezieht erstmals Wasser aus Esperstedt, man liest von Erdkabelung und Umstellung der elektrischen Leitungen auf höhere Stromstärke.

Am 10.1.1931 legte man die Braunkohlegrube des Neuglücker Vereins nach mehr als hundertjährigem Bestehen und der Förderung von 9071449,55 Tonnen Braunkohle still. (zum Vergleich: die halleschen Elektrizitätswerke brauchten damals pro Jahr 130 000 t zur Sicherung der Stromversorgung der Stadt Halle) Der 35m hohe Schornstein des Wilhelmschachtes wird 1931 umgelegt

1933: Der Turnverein Nietleben begeht sein 70jähriges Jubiläum

Am 18.6.1933 findet ein Sensationsflugtag in Nietleben statt: die Weltmeister der Luftakrobatik, Gebrüder Fink, zeigen ihr Können.

Die Siedlungsgesellschaft Sachsenland GmbH erwirbt 1933 das Gut Granau mit 700 Morgen Land, um 12 Siedlungsstellen (11 Bauernstellen mit je 45 Morgen Land und eine Landarbeiter­stelle) zu errichten. Die Übergabe erfolgt mit lebendem und totem Inventar sowie Futtermittelvorräten, um den Neustart zu erleichtern. 1945 entsteht daraus teils unfreiwillig  die Nietlebener LPG.

Eine drollige Segelfluglandung auf einem Auto konnte am 6.7.1934 beobachtet werden.

1936: Familienbad am Graebsee wird eröffnet. Es besuchen bis zu 5000 Badegäste täglich das Sonnen- und Schwimmbad. Nach einer Brandstiftung durch Handlanger des enteigneten Besitzers des Furnierwerkes mußte das Bad 1952 geschlossen werden.

1935/36 erfolgt der Um- und Ausbau des Geländes der Irrenanstalt zur General-Maerker-Kaserne mit Luft- und Heeresnachrichtenschule.

Die „Bergschänke“ lädt am 5.3.1938 ein: „Ein Abend in Hawai. Ein Fest unter Palmen. Als Einlage tanzt Fatima, das feuerspeiende Mädchen, der lebende Vulkan, Tänze der Südsee.“

Am 15. September 1945 stirbt der bekannte Heimatforscher Baron von Schultze-Galléra (geb. am 6.1.1865) in Nietleben. Sein Anliegen war es, in mehr als 1000 Veröffentlichungen den Menschen begreiflich zu machen, daß mit jedem Stück und jeder Tradition, die zerfällt, auch ein Stück menschlicher Vergangenheit unwiederbringlich verschwindet.

Im November 1945 schafft Nietleben Wohnungen für Umsiedler, z.B.: eine Baracke, die vorher als Lagerhalle genutzt wurde, wird zu 6 Wohnungen umgebaut

Am 1.7.1945 wird die amerikanische Besatzung in Nietleben durch die sowjetische abgelöst. Persönliche Erinnerungen (z.B. an die sehr unterschiedliche Qualität der Armeeausrüstung) hinterlassen bei vielen einen tiefen Eindruck. Die ehemalige General-Maerker-Kaserne wird nun  zur sowjetischen Garnison.

1949 wird der Flugplatz Halle-Nietleben für den Modellbau, 1952 dann auch für den Segelflug wieder zugelassen. Der Ausbau des Flugplatzes Nietleben erfolgt 1955. Für den Bau von Halle-Neustadt mußte der Flugbetrieb jedoch bereits im April 1968 eingestellt werden. Die Sportflieger zogen um nach Laucha, dann nach Oppin und Renneritz.

Das ehemalige Gasthaus „Schützenhaus“ mit Café und Konditorei birgt zwischen 1948 und 1968 auch das beliebte „Zentralbad Nietleben“ mit Massage-Raum und medizinischen Bädern. Nach mehreren Verkaufsstellen ist es jetzt Sitz der Maurerfirma Baumgärtel.

Am 1.7.1950 verliert Nietleben das Gemeinderecht. Die ehemalige Saalkreisgemeinde wird mit 5178 Einwohnern und 536 ha Gesamtfläche nach Halle eingemeindet.

1955: Eröffnung des Strandbad am Heidesee. Er wurde im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes als Volksbad ausgebaut.

1958: Das idyllische Lehm-Fachwerkhaus „Gasthaus zum Grünen Kranze“ in der Eislebener Straße (Gasthaus Markraf) muß wegen Baufälligkeit abgerissen werden.

Im Waidmannsweg eröffnet 1960 eine Zahnambulanz als Zweigstelle des Stadtkrankenhaus Poliklinik Nord.

1962: Havarie im Furnierwerk. 1200 vollgesogene Hölzer versanken in der Tiefe des Graebsees. Viele konnten bis heute nicht geborgen werden.

1962/63 werden die Innenräume der Nietlebener Kirche renoviert und zum Teil umgestaltet. Sie erhält eine hellere Farbgebung, die Altarwand wird umgestaltet, die Bleiglasfenster vergittert, Kanzel und Altar ausgetauscht. Heute ergibt sich daraus die Diskussion um Restaurierung, also Rückführung auf die Ursprünge,  oder Konservierung der vorhandenen Substanz und somit Bewahrung der historisch gewachsenen Veränderungen.

Ab November 1963 finden in der Gemeindeschwestern-Station Lange Str. 9a Facharztsprech­stunden für Innere Krankheiten durch einen Arzt des Dölauer Krankenhauses statt. Im April 1965 eröffnet das Ambulatorium Nietleben in der Eislebener Straße.

Ab September 1967 gilt die durchgängige 5-Tage-Arbeitswoche. Nach längerer Schließungszeit wird die Zweigbibliothek Nietleben als leistungsfähige Kultur- und Bildungsstätte wiedereröffnet.

Besonders beliebt waren in Nietleben die BLOCK-Lichtspiele neben der ehemaligen Post in der Eislebener Straße. Im Einmannbetrieb führte der Besitzer Block die Filme vor und vertonte sie auch selbst. 1967 wird das Kino für Vorführungen mit dem Cinemascope umgestellt.

Am 26.5.1968 war die offizielle Einstellung der HHE-Strecke Halle/Klaustor-Heiligenthal. Die Strecke wurde teilweise demontiert, teilweise floß sie auch in das neue Streckennetz der S-Bahn ein.

Am 28.9.1969 fährt die erste S-Bahn nach Nietleben. Abstellanlage für die Reisezüge des Berufsverkehrs nach Leuna und Buna entstehen. Ab 23.5.1971 führt die Strecke bis Dölau weiter.

1971/72 wird das Zementwerk als Kulisse für den DDR-Fernsehfilm „Zement“ genutzt. Zahlreiche Nietlebener übernahmen Statistenrollen.
Im August 1973 wurden die Mühlen im Zementwerk ausgeschaltet und dann erfolgte der Rückbau /Entkernung der Gebäude. Die Sprengung der beiden Schornsteine erfolgte dann im zweiten Halbjahr 1974

Ab dem 15.April 1974 lädt am Heidesee der „Touristenexpress“ als Gaststätte mit 60 Plätzen und 38 Übernachtungsmöglichkeiten als „Hotel auf Rädern“ ein.

Am 18.10.1975 wird die schadhafte Wetterfahne vom Kirchturm abgenommen. Dabei wurde eine Pergamentrolle in einer Flasche geborgen, die die Namen der Gemeindevertreter und die Höhe Baukosten enthielt. Weiterhin fand man eine Aufstellung der beteiligten Baumeister.

1975: Moderne Straßenbeleuchtung für die gesamte Eislebener Straße.

1975 entstand im Rahmen des „Wettbewerbs der sozialistischen Masseninitiative“ ein Reparaturstützpunkt in der Eislebener Straße 3 (ehemaliges Chausseehaus)

1976 wird durch Eigeninitiative der Werktätigen des VEB Rationalisierungs- und Montagebau Nietleben der neue Klub der Volkssolidarität in der Eislebener Str. 17 übergeben.

Anfang 1976 ist der neue Kindergarten in der Heidestraße für 72 Kinder einzugsbereit und betreut die Kinder des ehemaligen Kindergartens am Heidesee (Gelände Gestüt). Am 31.3.1977 wird die Kinderkrippe in der Heidestraße mit 41 Plätzen übergeben. 1989 wurde zusätzlich der Kinder­garten II in der uralten Schule (Eislebener Straße) eröffnet, er war nur wenige Jahre in Betrieb. Auch der  Kindergarten Heidestr.13 wurde unter schwerem Protest vieler Eltern 1994 geschlossen.

1980/81 erfolgt die Auflösung des Nietlebener Friedhofes (gegenüber der Bergschänke) und Umbettung zum Neustädter Friedhof. Halle-Neustadt war mit seinen Neubauten zu nahe gerückt.

1.1.1986: Die ehem. HO-Gaststätte „Goldener Stern“ wird Klub der Rationalisierungsmittelbauer.

1989: Im Herbst finden auch in der halleschen Innenstadt gewaltfreie Demonstrationen statt für das schnelle Ende der unumschränkten SED-Herrschaft, für glaubhafte Reformen, für einen Volksentscheid zur ersatzlosen Streichung des Artikels 1 der Verfassung sowie für demokratische Neuwahlen. Gefordert werden Sofortmaßnahmen zum Umweltschutz, zum Erhalt unserer Städte sowie die Reisefreiheit. Die Elternbeiratswahl der Schule am 18.10. wird eingeleitet mit den Worten: „Die DDR- Regierung  ist heute zurückgetreten. Honecker, Mittag und Hermann wurden ihrer Funktionen enthoben.“ Die DDR öffnet am 9.November ihre Grenzen, die Berliner Mauer hat endgültig ihren Sinn verloren. Regierungswechsel folgten. Die schrittweise Vereinigung beider deutschen Staaten wurde geplant und durchgeführt.

7.7.1991: Die Truppen der Sowjetischen Garnison verlassen Halle.

15.5.1992: Bewaffneter Überfall auf das Postamt Nietleben. Die Angestellte Petra B. kommt mit einem Schock davon.

Im September 1993 eröffnet eine Rettungsschule des DRK in der alten Nietlebener Dorfschule.

Im September 1996 erfolgt der Zusammenschluß der drei Kirchengemeinden Neustadt, Zscherben und Nietleben zu einer Kirchenregion.

Januar 1997 nehmen die Schüler der Grundschule Nietleben begeistert Besitz von der neu renovierten und modernisierten Schule, die ab März auch den Hort beherbergt. Das alte Hortgelände in der Windmühlenstraße wurde geschlossen.

Am 26.2.1997 wird die Arbeitsgruppe „Heimatgeschichte Nietleben“ gegründet.

Ende 1997 muß trotz massiven Protesten die Zweigstelle Nietleben der Stadtbibliothek Halle geschlossen werden.

1998 - 2003 Der Reiterhof wurde zum Wester-Reitzentrum und Pferdepensionsstall umgestaltet.
2000 Auf dem Gelände der ehemaligen Zementfabrik wurde mit dem Bau des Wohnparks "Heidesee" begonnen.
Die altehrwürdige Gaststätte "Grüne Tanne" wurde abgetragen, nachdem 1998 das seit 1990 leer stehende Gebäude einem Brand zum Opfer gefallen war.
2002 Arbeiten zur Ufersicherung wurden am Heidesee durchgeführt. Das Ufer wurde begradigt, Böschungen neu angelegt und neue Bäume gepflanzt.
2003 Die Straßenbahnwendeschleife in der Soltauer Straße wurde eingeweiht. Damit war Nietleben in das Straßenbahnnetz der Stadt Halle eingebunden.
2006 Die Kirchengemeinde beging das 120jährige Bestehen der Nietlebener Kirche mit einer Festwoche.
2007 Das Heidebad wurde von Pächtern übernommen. So konnte das idyllische Naturbad vor der Schließung gerettet werden.
2008 Die Grundschule Nietleben - im Weidmannsweg wurde brandschutztechnisch umfassend umgebaut.

© by Nietlebener Heimatverein e.V.

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Stand: 15. Januar 2017